HSAB-Prinzip

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Das HSAB-Prinzip versucht, die Stärke von Lewis-Säuren und -Basen zu klassifizieren. 1963 von Pearson vorgeschlagen, wird zwischen "harten" und "weichen" Lewis-Säuren und -Basen unterschieden. Beim "principle of hard ans soft acids and bases" (HSAB) gelten schwer polarisierbare Lewis-Säuren/-Basen mit hoher Ladung als hart, entsprechend solche als weich, welche leicht polarisierbar sind und eine niedrige Ladung tragen. Die Stabilität eines Lewis-Säure-Base-Addukts lässt sich qualitativ über das HSAB-Prinzip bestimmen. Hierbei gelten besonders die Kombinationen hart/hart und weich/weich als stabil, während die Kombinationen weich/hart oder hart/weich eher instabil sind. Lewis-Säuren/-Basen, welche weder eindeutig als hart, noch als weich eingeordnet werden können, werden häufig "borderline" genannt. Die Kombination borderline/borderline ist ebenfalls stabil. Das HSAB-Prinzip findet besonders in der Übergangsmetallchemie Anwendung, um die Stabilität eines Komplexes und eine Ligandenaustauschreaktion vorherzusagen.

Je stabiler ein Salz ist, desto geringer ist sein Löslichkeitsprodukt, da eine Dissotiation in seine Ionen nicht begünstigt ist. Dieses Prinzip wird in der qualitativen Analyse beim Trennungsgang der Kationen ausgenutzt, wobei weiche Metallkationen wie Quecksilber(II) oder Arsen(III) mit der weichen Lewis-Base S2- (Sulfid-Ion) ausgefällt und abgetrennt werden können. Ein weiteres Beispiel stellt die Unlöslichkeit von Calciumfluorid (Flußspat) dar, welches aus der harten Lewis-Säure Calcium(II) und der harten Lewis-Base Fluorid besteht.

Durch das HSAB-Prinzip lässt sich auch erklären, warum in der Natur harte Kationen wie Mg(II), Ca(II) und Al(III) häufig in Form ihrer Oxide oder Carbonate vorkommen und weiche Metalle wie Cu(II) oder Pb(II) als Sulfide auftauchen.

Ein Nachteil des HSAB-Prinzips ist, dass keine quantitative Beuteilung abgegeben werden kann, sondern lediglich eine qualitative Einschätzung der Stabilität eine Verbindung möglich ist. Eine quantitative Einteilung versucht der Begriff der Nukleophilie zu liefern.

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